Eichelmann 2019: 4 Sterne!

Januar  2019 / 7 Kommentare deaktiviert

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Andrea und Albrecht Schwegler erzeugten 1990 ihre ersten Weine, ausschließlich Rotweine, seit dem Einstieg von Julia und Aaron Schwegler im Jahr 2009 wurde die Rebfläche vergrößert auf inzwischen 7 Hektar. Aaron Schwegler absolvierte eine Winzerlehre bei Bernhard Ellwanger und Joachim Heger, machte Praktika bei Daniel Gantenbein in der Schweiz, bei Jim Clendenen in Kalifornien und bei Seyfried in Neuseeland. Die Weinberge liegen in Korb und angrenzenden Gemeinden, Lagenbezeichnungen wurden bisher noch nie verwendet, alle Weine sind Cuvées verschiedener Lagen. Neue Weinberge werden mit einer Dichte von 7.500 bis 14.000 Reben je Hektar sehr dicht bepflanzt. Die Schweglers setzten beim Rotwein von Anfang an ganz auf Cuvées. Zweigelt ist die wichtigste Rebsorte, dazu gibt es Lemberger, Merlot und Trollinger, dann wurden auch etwas Syrah, Regent und Cabernet Franc angepflanzt. Sie verwenden ausschließlich französische Barriques, nur Allier- und Limousineiche. Die Weine werden zwei Jahre lang nach Rebsorten getrennt im Fass ausgebaut, sie bleiben bis sechs bis acht Wochen vor der Füllung im Barrique, dann erst werden die Cuvées zusammengestellt, abgefüllt wird ohne jede Filtration und ohne jede Schönung. Vier Weine gab es lange Zeit nur – und die auch nicht in jedem Jahr. Zunächst einmal in der Literflasche, „d‘r Oifache“, der meist einen größeren Anteil Trollinger enthält und Wein aus zwei aufeinander folgenden Jahrgängen und in dritt- bis fünftbelegten Barriques ausgebaut wird. Dann kommt der „Beryll“, der in zweitbelegten Barriques ausgebaut wird, anschließend der „Saphir“, der zu etwa zwei Dritteln in neuen, zu einem Drittel in zweitbelegten Barriques ausgebaut wird, und schließlich – aber wirklich nur in Spitzenjahren – der „Granat“, der es zu gewissem Kultstatus unter Weinliebhabern gebracht hat. 1990 gab es den ersten Granat, dann erst wieder 1993, 1994 und 1997. Danach alle zwei Jahre: 1999, 2001, 2003, seither immer außer 2008. Es gibt keine feste Regel, wie sich der Granat zusammensetzt, außer Trollinger hat jede Rebsorte die Chance Bestandteil des Granat zu werden, der Granat wird ausschließlich in neuen Barriques ausgebaut. Weißwein spielte lange Zeit überhaupt keine Rolle im Hause Schwegler, ab 2006 gab es dann ein paar Jahrgänge lang etwas Kerner, inzwischen gibt es den „Rock‘n Roll“, der im Jahrgang 2013 eine Cuvée aus jeweils zur Hälfte Riesling und Grauburgunder war, im Barrique ausgebaut. Mit dem Jahrgang 2015 wird es erstmals nach 2009 wieder reinsortigen Riesling aus dem Hause Schwegler geben, wir hatten vor zwei Jahren die Gelegenheit zwei Partien, beide noch verschlossen, aus dem Fass zu verkosten.

 Kollektion

 Statt Riesling aber gab es in diesem Jahr Chardonnay zu verkosten, einen Reserve genannten Wein aus dem Jahrgang 2016. Er ist eindringlich im Bouquet, zeigt viel Duft, Vanille, das Bouquet ist deutlich vom Ausbau im Holz geprägt, er ist füllig und stoffig im Mund, ist sehr kompakt, wiederum sehr vom Holz dominiert, besitzt aber viel Substanz und Kraft. „Dr‘Oifache“, der rote Literwein, wurde in diesem Jahr nicht vorgestellt, dafür die drei anderen „Klassiker“: Beryll, Saphir und Granat, alle aus dem Jahrgang 2015. Der Beryll, sozusagen der „Drittwein“ des Weinguts Schwegler, zeigt viel Konstanz über die vergangenen zwanzig Jahre und der 2015er ist zusammen mit dem 2008er der von uns am höchsten bewerte Beryll. Er ist frisch und fruchtbetont im Bouquet, zeigt rote Früchte, ganz dezent rauchige Noten, ist klar und zupackend im Mund, besitzt gute Struktur, Frische und Frucht. Die gleiche Konstanz wie der Beryll zeigt auch der Saphir über die letzten beiden Jahrzehnte – und eine ähnliche Stilistik, man merkt auch bei ihm ganz klar die Handschrift des Winzers. Jahrgang 2015 zeigt feine Würze im Bouquet, herrlich viel Frucht, wie beim Beryll findet man rote Früchte und viel Frische im Bouquet wie auch im Mund, er ist klar und zupackend, besitzt gute Struktur und Frucht, ganz dezent mineralische Noten, er ist noch ein klein wenig druckvoller als der Beryll, der aber dem Saphir im Jahrgang 2015 so nahe kommt wie nie einem Jahrgang zuvor. Eine deutliche Steigerung bringt dann der Granat, der im Jahrgang 2015 zwar ebenfalls so viel Alkohol aufweist wie im Vorjahr der 2014er, aber doch deutlich mehr Spannung besitzt. Der Granat zeigt im Jahrgang 2015 viel Konzentration im Bouquet, rauchige Noten, rote Früchte, ist klar, frisch und zupackend, präzise und druckvoll, besitzt gute Struktur und Frucht und viel Nachhall.

Weinbewertung

88 2016 Chardonnay „Reserve“ 13,5 %

88 2015 „Beryll“ Rotwein 13,5 %

89 2015 „Saphir“ Rotwein 14 %

92 2015 „Granat“ Rotwein 14,5 %

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Schwegler Urkunde

Wgt. Schwegler Eichelmann