Vinum Weinguide 2019: Weingut des Jahres in Württemberg

Januar  2019 / 7 Kommentare deaktiviert

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4 Sterne

Ist das Korber Ausnahmeweingut noch besser geworden, seit dort Aaron Schwegler die Verantwortung übernommen hat? Vielleicht nicht in einer Weise, die sich in Punkten messen ließe. Doch seit dem Jahrgang 2015 ist es unverkennbar, dass der bei Koryphäen wie Joachim Heger oder Daniel Gantenbein ausgebildete Juniorchef bei den Jungweinen für einen vorher nicht gekannten Schliff gesorgt hat. Insbesondere beim Spitzengewächs Granat stellte die Jungweinprobe früher eine Herausforderung für die Verkoster dar, da man stets – ganz im Sinne eines echten Vin de Garde – das Potenzial gedanklich in die Zukunft extrapolieren musste, um die Qualität dieses Weins in Gänze zu erfassen. Auch Aarons Granatabfüllungen haben dieses Potenzial und es ist offensichtlich, mit welchem Fingerspitzengefühl an Tanninqualität und Integration des Holzes gefeilt wurde, sodass die jugendliche Härte eines klassischen Grand Crus einem zeitgemäßen Schliff gewichen ist, ohne dessen Charakter oder Tiefe aufzugeben. Neu ist auch, dass mit dem 2016er nun erstmals ein Chardonnay vorgestellt wurde. Es ist ein immer noch jugendlicher Wein mit markanten Lohenoten, dessen Zukunft aufmerksam zu verfolgen ist. Die aktuellen Rotweine aus 2015 sind wie erwartet großartig und gegenüber den wuchtigen Vorgängern aus 2014 noch balancierter. Im Zentrum der Produktion steht wie immer der nur in guten Jahrgängen erzeugte Kultwein Granat, der wie kein anderer Rotwein der Region durch Lagerung erheblich gewinnen kann und von zwei weiteren Cuvées namens Saphir und Beryll flankiert wird. Der 2015er Granat besteht aus 55 Prozent Zweigelt, 20 Prozent Cabernet Sauvignon, je zehn Prozent Syrah und Merlot sowie fünf Prozent Cabertin. Er fasziniert mit immenser Tiefe, in sich ruhender Größe und guten Tanninen. Man sollte ihm dringend einige Jahre Flaschenreife gönnen. Auch wenn es angesichts seiner schon jetzt vorhandenen Verführungskraft schwer fällt: Seine Vorgänger wie der jetzt grandiose, kürzlich erneut verkostete 1999er (jetzt 94 Punkte) zeigen, was hieraus nach fast 20 Jahren erblühen kann. Überaus komplexe Waldbeerfrucht, hochfeine Säureadern und einen geradezu vibrierenden Nerv im Kern bietet bereits der Zweitwein Saphir. Die aktuelle Abfüllung des Einstiegsweins Beryll (was für eine Untertreibung!) zeigt feines Kirscharoma, transparent aufgefächerte Struktur und samtiges Tannin.

Solitär gefüllt

Nach dem 1999er und 2003er gab es im letzten Jahr auch wieder eine Abfüllung des raren Solitär. Der 2011er ist ein reinsortiger Zweigelt nach sechsjährigem Fasslager. Er hat ein immens feines Gran Reserva-Bukett, komplexe Tiefe, perfektes Tannin und unvergleichliche Persönlichkeit – wie seine Vorgänger ein legendäres Gewächs und die größte Rarität des Württemberger Weinbaus.

 Hier können Sie den Originaltext herunterladen:

Wgt. Schwegler Vinum

Urkunde Vinum

 

lll 87 2016 Chardonnay trocken Reserve

Preis auf Anfrage | 13,5%

lll 88 2015 Cuvée »Beryll« trocken

Preis auf Anfrage | 13,5%

lll 90 2015 Cuvée »Saphir« trocken

Preis auf Anfrage | 14%

lll 93 2015 Cuvée »Granat« trocken

Preis auf Anfrage | 14,5%

lll 94 2011 Cuvée »Solitär« trocken

Preis auf Anfrage | 14,5%